Aldi-Witwe bringt Düsseldorfer Kunstberater Helge Achenbach in Untersuchungshaft

Noch kurz vor der Reise zur WM in Brasilien, hatte die bekannte Düsseldorfer Familie Achenbach den Düsseldorfer Star-Fotografen Robert Freund, von der Costa Smeralda auf Sardinien, für eine Privatveranstaltung für einen Tag nach Düsseldorf einfliegen lassen. Nun sitzt das Oberhaupt der Familie, Helge Achenbach, in Untersuchungshaft.

Wie sich jetzt herausstellt, wurde Kunstberater Helge Achenbach bereits kurz nach Pfingsten in Düsseldorf am Flughafen verhaftet. Achenbach war gerade mit einer Maschine aus Brasilien gelandet, wo er das Fußballcamp der deutschen WM-Mannschaft sowie Jogis WM-Bar mit Kunstwerken Düsseldorfer Künstler ausgestattet hatte.

Medienberichten zufolge wirft Aldi-Erbin Babette Albrecht Achenbach Betrug vor. Er soll Kunstobjekte zu weit überhöhten Preisen an ihren mittlerweile verstorbenen Mann Berthold Albrecht (Sohn des Aldi-Mitbegründers Theo Albrecht) verkauft und ihn dabei um mindestens 18 Millionen Euro geprellt haben. Bis zum Tod von Berthold Albrecht 2012 soll Helge Achenbach ein gutes, ja freundschaftliches Verhältnis zu ihm gepflegt haben. Für Berthold und dessen Bruder Theodor Albrecht hat er die private Aldi Kunstsammlung aufgebaut.

Helge Achenbachs Ehefrau Dorothee weist die Vorwürfe zurück und gab gemeinsam mit den Rechtsanwälten ihres Mannes eine Erklärung ab. Dort heißt es, Helge Achenbach habe keine Möglichkeit gehabt, sich „sachgerecht“ zu den Vorwürfen von Babette Albrecht zu äußern. „Die von Babette Albrecht erhobenen Behauptungen beruhen offenbar auf rein persönlichen Motiven.“, so Achenbachs Frau.

Achenbach, studierter Sozialpädagoge und Kenner der Kunstakademie Düsseldorf, verkaufte bereits in den 70er-Jahren Werke von Andy Warhol und Gerhard Richter an große Versicherungen in Deutschland. Seitdem berät er große Unternehmen wie VW und reiche Sammler bei der Akquise von Kunstwerken. Er gilt als einflussreicher Netzwerker in der internationalen Kunstszene mit guten Kontakten nach Übersee. So fädelte er die Kunst-Kooperation zwischen dem Volkswagen-Konzern und dem New Yorker Museum of Modern Art ein, wie das manager-magazin aktuell berichtet. Er war mit dem Maler Jörg Immendorff befreundet. Auf der einen Seite verfügt er über gute Kontakte zu Gerhard Richter, Andreas Gursky, Thomas Schütte, Daniel Buren, Hilla Becher, Beat Streuli, Tony Cragg und Frank Stella. Auf der anderen Seite steht das „Who is Who“ der deutschen Wirtschaft. Zudem machte sich Achenbach einen Namen in der Gastronomie, als er mit seinem Monkey’s Beach Club im Medienhafen den Grundstein für das Szene-Viertel in Düsseldorf legte. Im heutigen Monkey`s im GAP an der Kö speisen Hollywoodstars, wenn sie in Düsseldorf auf der KÖ zu Besuch sind.

Aufgrund der fast täglich neu erscheinenden negativen Schlagzeilen ist Achenbach zu einer zweifelhaften Bekanntheit über die Kunstszene hinaus gelangt. Und viele, die über Achenbach Kunstwerke erstanden haben, werden diese jetzt sicherlich neu schätzen lassen.

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3 Gedanken zu “Aldi-Witwe bringt Düsseldorfer Kunstberater Helge Achenbach in Untersuchungshaft

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